Was bedeutet ein Taubheitsgefühl in der Hand?

Wer seine Hände nicht richtig gebrauchen kann, leidet unter einem schweren Handicap. Ein Taubheitsgefühl in der Hand kann ein Zeichen für eine schwerwiegende Erkrankung sein. Das sollte man nicht ignorieren.

Die Gesundheit ist unser höchstes Gut. Besonders unsere Hände sind Tag für Tag extremen Belastungen ausgesetzt. Ein gelegentliches leichtes Kribbeln in Fingern oder Handfläche wird in der Regel zunächst ignoriert. Wenn aber ein Taubheitsgefühl in der Hand entsteht, ist es höchste Zeit, einen Arzt aufzusuchen. Eine ganze Reihe von Erkrankungen kann maßgeblich dafür verantwortlich sein.

Die häufigste Störung, die ein solches Taubheitsgefühl verursachen kann, ist unter dem medizinischen Begriff Karpaltunnelsyndrom bekannt. Um festzustellen, ob ein verengter Karpaltunnel vorliegt, muss eine neurologische Untersuchung Aufschluss über die Nervenleitfähigkeit bringen. Ist diese gestört, sollte unverzüglich eine Behandlung einsetzen. Bei noch nicht zu stark fortgeschrittener Verengung können Reizstrombehandlungen oder die Anpassung einer sogenannten Orthese, also einer speziellen Schiene, Erleichterung bringen. In den meisten Fällen ist aber über kurz oder lang eine Operation notwendig. Dabei wird der die Sehnen und Nerven umgebende Kanal, also der Karpaltunnel, operativ geöffnet und erweitert. Der Eingriff ist unkompliziert und bringt sofort Erleichterung. Das Taubheitsgefühl in der Hand verschwindet unverzüglich und bei guter Wundheilung ist die Hand nach spätestens 14 Tagen wieder voll gebrauchsfähig. Es sollte allerdings eine unterstützende krankengymnastische Behandlung nach der Operation erfolgen.

Andere Erkrankungen, die für ein Taubheitsgefühl in der Hand verantwortlich sein können, sind Durchblutungsstörungen, starke Arthrose oder Nervenschädigungen. Mitunter dauert die Diagnostik relativ lange und die Behandlungsmethoden sind unterschiedlich. Auf jeden Fall aber sollte es als absolutes Warnzeichen erkannt werden, wenn die Hand ganz oder teilweise gefühllos wird. Manchmal passiert so etwas auch nach einer Handoperation. In diesem Fall geht das Taubheitsgefühl mit Schmerzen einher, die medizinisch zunächst nicht zu begründen sind. In diesem Fall sollte der behandelnde Arzt überlegen, ob der Patient an einem Morbus Sudek erkrankt ist. Dabei handelt es sich um eine Erkrankung des zentralen Nervensystems, bei dem die Schmerzwahrnehmung erheblich gestört ist.